Naturwabenbau in Mobilbaubeuten

Was ist Naturwabenbau?

Naturwabenbau heisst, die Bienen bauen die Waben vollständig aus eigenem Wachs selbst. Das Wachs wird durch die Bienen aus körpereigenen Wachsdrüsen in Form feiner Wachsblättchen ausgeschwitzt, mit dem Mundwerkzeug abgenommen und zu Wabenzellen verbaut. In Betriebsweisen mit Naturwabenbau wird zumindest im Bereich des Brutnestes oder gänzlich auf den Einsatz von vorgeprägten Mittelwänden aus Recyclingwachs verzichtet.

Wachsplättchen
Wachsplättchen
Buntes Pollenlager im Naturwabenbau.
Buntes Pollenlager im Naturwabenbau.

Waben aus Naturwabenbau haben eine Dicke von nur 0,3mm. Die Zellen werden durch den Wanddruck der Nachbarzellen 6-eckig. So kann mit wenig Material ein Maximum an Platz für Honig, Pollen und für Brutzellen geschaffen werden und der Energieaufwand den die Bienen für den Wabenbau benötigen  gering gehalten werden. Die Waben selbst werden lotrecht zur Erdanziehung gebaut. Die Bienen bilden dabei Ketten aus ihren eigenen Körpern und sind ein lebendes Lot an dem entlang der Wabenbau entsteht.

Ein lebendes Lot - eine Bienenkette -an der entlang Richtung Erdanziehung gebaut wird.
Ein lebendes Lot – eine Bienenkette – an der entlang Richtung Erdanziehung gebaut wird.

Den Abstand zwischen den Waben bemessen die Bienen so, dass sie ungehindert umherlaufen und die Zellen gut erreichen und bewirtschaften können. Das bedingt den Abstand, auch beespace oder Bienenabstand genannt von 6mm und ein Abstand von Wabenmitte zu Wabenmitte von ca. 34-36mm.

Bebrütete und propolisierte Naturwaben.
Bebrütete und propolisierte Naturwaben.

Der Naturwabenbau ist ein zentrales Organ des Bienenvolkes und wächst organisch mit dem Volk. Die Bauaktivität selbst und die angelegten verschiedenen Zellgrössen stehen im engen Zusammenhang mit dem Entwicklungsstand des Bienenvolkes im Jahresverlauf.

Oben: Arbeiterinnezellen - Unten: Drohnenzellen
Oben: Arbeiterinnezellen – Unten: Drohnenzellen

Wie geht das -Naturwabenbau als Betriebsweise?

Wer sich für eine Betriebsweise im Naturwabenbau entscheidet, sollte anerkennen und respektieren, dass das Wabenwerk ein Organ des Bienenvolkes ist. Jedes Herausnehmen oder Tauschen von Waben kommt metaphorisch einem chirurgischen Eingriff oder einer Amputation gleich und sollte vermieden werden. Jeder Eingriff führt zwangsläufig zu einer Gleichgewichtsstörung und Verletzung und die Bienen werden in einer Art Notfallprogramm versuchen, den Schaden auszugleichen, den Verlust zu kompensieren und die Wunde an ihrem Körper zu heilen.

Was braucht die Biene für den Wabenbau?

Sind die Bienen erstmal in eine Höhle eingezogen, beginnen sie sofort Waben zu bauen. Die Zeit drängt in dieser kritischen Phase im Leben eines Bienenvolkes, denn ohne Waben können sie weder Futter lagern noch brüten und laufen Gefahr zu sterben. Die Bienen suchen dafür einen Hohlraum von etwa 40l, der witterungsgeschützt und ausreichend belüftet ist. Sie bevorzugen dabei Baumhöhlen in luftiger Höhe, sind in dieser Phase mehr denn je angewiesen auf ein reiches Angebot an Nektar und Pollen und auf gutes Flugwetter, um diese Nahrungsquellen überhaupt erreichen zu können.

Was braucht der Imker oder Bienenhalter?

Nun kommt der Imker und Bienenhalter ins Spiel. Ist die Entscheidung für eine Betriebsweise im Naturwabenbau gefallen, folgt eine weitere Variante: Stabilbau oder Mobilbau. Man unterscheidet zwischen Stabilbausystemen in denen die Waben fest mit der Wand der Behausung verbaut sind und Systemen, in denen Rähmchen vorhanden sind, so dass die Waben herausnehmbar bleiben, sogenannte Mobilbausysteme.  Der Bienenhalter ist es, der je nach seinen Erfahrungen und Präferenzen die eine oder andere Variante bevorzugt.

Stabilbau in einer unserer Klotzbeuten.
Stabilbau in einer unserer Klotzbeuten.
Honigmobil Einraumbeute - Rähmchen mit Dreiecksleiste für Mobilbau und Naturwaben.
Honigmobil Einraumbeute – Rähmchen mit Dreiecksleiste für Mobilbau und Naturwaben.

Wie funktioniert Naturwabenbau in Mobilbausystemen?

Die Vorraussetzungen für eine Betriebsweise mit Naturwaben und Mobilbau sind:

  • Die Behausung muss gerade stehen, damit die Waben in den Rähmchen  gerade nach unten gebaut werden.
  • Der Abstand zwischen den Rähmchen muss 34-36mm betragen, damit die Waben unter die Oberträger der Rähmchen gebaut werden.
  • die Unterseite der Oberträger sollte eine Vorgabe für Naturwabenbau aufweisen, da die Bienen gerne an Kanten mit dem Bau einer Wabe starten oder an bereits vorhandenem Wachs anbauen.
  • Die dem Schwarm innewohnende Bauenergie sollte genutzt werden. Zu keinem anderen Zeitpunkt in der Entwicklung eines Bienenvolkes wird soviel junger Wabenbau angelegt und fast ausschliesslich kleine Zellen gebaut, in denen bevorzugt Arbeitskräfte – die Arbeiterinnen herangezogen werden.
  • Nach Einzug des Bienenschwarmes muss 2-3 Tage später kontrolliert werden, ob die Bienen entlang der Bauvorgabe Waben anlegen oder quer bauen und Rähmchen miteinander verbauen. Das muss möglichst rasch korrigiert werden, damit der Mobilbau nicht zum Stabilbau wird.
  • Der Bienenschwarm kann in dieser kritischen Phase gefüttert werden, um den Start zu erleichtern.

Hier geht es zur Honigmobil Einraumbeute  für  eine Betriebsweise im Mobilbau und Naturwaben.

Das kleine Bienen-Einmaleins

Was ist eigentlich eine Biene?

Wir sprechen von Bienen und meinen häufig die westliche Honigbiene. In Mitteleuropa gibt es etwa 560 verschiedene Bienenarten, weltweit sind es sogar mehr als 30.000 Arten. Die Honigbiene APIS MELLIFERA ist eine von ihnen. 95 % der Bienenarten sind solitär lebende Bienen – im allgemeinen Sprachgebrauch auch als Wildbienen bezeichnet. 5 % der Bienenarten leben wie die westliche Honigbiene in Staaten oder Kolonien. Dazu zählen zum Beispiel auch einige Hummelarten wie diese Steinhummel auf dem Bild.

Eine Steinhummel (Bombus lapidarius) bringt Pollen nach Hause.
Eine Steinhummel (Bombus lapidarius) bringt Pollen nach Hause.

Was machen Bienen?

Bienen transportieren beim Besuch von blühenden Pflanzen Pollen von Blüte zu Blüte und sorgen dadurch für die generative Fortpflanzung im Reich der Pflanzen. Viele Pflanzen sind, da sie sich selbst nicht fortbewegen können, zu 100% auf die Bestäubung durch Bienen oder andere kleine Kriech-, Flug- und Krabbeltiere angewiesen, um sich zu vermehren. Nur wenn die Pflanzen bestäubt werden, bildet sich ein  Fruchtkörper aus dem wieder eine Pflanze wachsen kann. So sorgen die Bestäuber für Biodiversität – die Lebensversicherung unseres Ökosystems Erde. Je mehr Pollen transportiert wird, desto grösser ist die Vielfalt und damit umso breiter die Basis oder das Fundament, auf dem ein Ökosystem ruht und somit seine Fähigkeit, auf sich ändernde Umweltbedingungen zu reagieren – eine Lebensversicherung eben.

Eine pollenbestäubte Honigbiene unterwegs Richtung Prunkwinde.
Eine pollenbestäubte Honigbiene unterwegs Richtung Prunkwinde.

Was bedeutet das für uns Menschen?

Honigbiene und Kürbisblüte,
Honigbiene und Kürbisblüte,

Durch intensive Landwirtschaft im Industriezeitalter hat sich der Lebensraum der Bestäuber rasant verändert. Für unsere Industrie- und Lebensmittelproduktion werden überall in der Welt Flächen für intensive Landwirtschaft genutzt und durch Rodung für zum Beispiel Palmölplantagen oder Rinderhaltung geschaffen. Monokulturen bedingen einen hohen Einsatz von Mineraldünger und chemisch-systemischen Pflanzenschutzmitteln.

Diese Entwicklung führt seit Jahrzehnten zu einem dramatischen Rückgang der Biodiversität – einem riesigen Artensterben. Fast 40 der in Deutschland heimischen Bienen und Wildbienenarten sind bereits ausgestorben. Die Hälfte der etwa 500 Bienenarten ist bedroht. Jeder dritte Bissen aber, den wir täglich zu uns nehmen, hängt direkt von der Bestäubung und den Bienen ab. Wenn Pflanzen nicht mehr bestäubt werden, wachsen weniger Obst und Gemüse, Nüsse und andere Lebensmittel. Ohne Bienen und Bestäuber würden Ökosysteme zusammen brechen und wir rasch dem Hunger ausgesetzt sein.

Wie können wir den Bienen helfen?

Eigentlich müsste die Frage lauten:

Wie können wir uns selbst helfen?

So merkwürdig es klingt angesichts der Medienberichte zu Umweltproblemen, Klimaerwärmung und Artensterben und der scheinbaren Unmöglichkeit, diese Herausforderungen politisch zu lösen:

JEDER kann etwas dazu beitragen, um den Prozess zu verlangsamen und vielleicht sogar aufzuhalten und Bienen und Umwelt zu schützen.

Wie? Mit jeder Kaufentscheidung an der Ladentheke!

Frische Bohnen aus dem Garten - null Transport, null Verpackung, null Müll.
Frische Bohnen aus dem Garten – null Transport, null Verpackung, null Müll.
Holzbiene und Blüte der Stangenbohne.
Holzbiene und Blüte der Stangenbohne.