Das kleine Bienen-Einmaleins

Was ist eigentlich eine Biene?

Wir sprechen von Bienen und meinen häufig die westliche Honigbiene. In Mitteleuropa gibt es etwa 560 verschiedene Bienenarten, weltweit sind es sogar mehr als 30.000 Arten. Die Honigbiene APIS MELLIFERA ist eine von ihnen. 95 % der Bienenarten sind solitär lebende Bienen – im allgemeinen Sprachgebrauch auch als Wildbienen bezeichnet. 5 % der Bienenarten leben wie die westliche Honigbiene in Staaten oder Kolonien. Dazu zählen zum Beispiel auch einige Hummelarten wie diese Steinhummel auf dem Bild.

Eine Steinhummel (Bombus lapidarius) bringt Pollen nach Hause.
Eine Steinhummel (Bombus lapidarius) bringt Pollen nach Hause.

Was machen Bienen?

Bienen transportieren beim Besuch von blühenden Pflanzen Pollen von Blüte zu Blüte und sorgen dadurch für die generative Fortpflanzung im Reich der Pflanzen. Viele Pflanzen sind, da sie sich selbst nicht fortbewegen können, zu 100% auf die Bestäubung durch Bienen oder andere kleine Kriech-, Flug- und Krabbeltiere angewiesen, um sich zu vermehren. Nur wenn die Pflanzen bestäubt werden, bildet sich ein  Fruchtkörper aus dem wieder eine Pflanze wachsen kann. So sorgen die Bestäuber für Biodiversität – die Lebensversicherung unseres Ökosystems Erde. Je mehr Pollen transportiert wird, desto grösser ist die Vielfalt und damit umso breiter die Basis oder das Fundament, auf dem ein Ökosystem ruht und somit seine Fähigkeit, auf sich ändernde Umweltbedingungen zu reagieren – eine Lebensversicherung eben.

Eine pollenbestäubte Honigbiene unterwegs Richtung Prunkwinde.
Eine pollenbestäubte Honigbiene unterwegs Richtung Prunkwinde.

Was bedeutet das für uns Menschen?

Honigbiene und Kürbisblüte,
Honigbiene und Kürbisblüte,

Durch intensive Landwirtschaft im Industriezeitalter hat sich der Lebensraum der Bestäuber rasant verändert. Für unsere Industrie- und Lebensmittelproduktion werden überall in der Welt Flächen für intensive Landwirtschaft genutzt und durch Rodung für zum Beispiel Palmölplantagen oder Rinderhaltung geschaffen. Monokulturen bedingen einen hohen Einsatz von Mineraldünger und chemisch-systemischen Pflanzenschutzmitteln.

Diese Entwicklung führt seit Jahrzehnten zu einem dramatischen Rückgang der Biodiversität – einem riesigen Artensterben. Fast 40 der in Deutschland heimischen Bienen und Wildbienenarten sind bereits ausgestorben. Die Hälfte der etwa 500 Bienenarten ist bedroht. Jeder dritte Bissen aber, den wir täglich zu uns nehmen, hängt direkt von der Bestäubung und den Bienen ab. Wenn Pflanzen nicht mehr bestäubt werden, wachsen weniger Obst und Gemüse, Nüsse und andere Lebensmittel. Ohne Bienen und Bestäuber würden Ökosysteme zusammen brechen und wir rasch dem Hunger ausgesetzt sein.

Wie können wir den Bienen helfen?

Eigentlich müsste die Frage lauten:

Wie können wir uns selbst helfen?

So merkwürdig es klingt angesichts der Medienberichte zu Umweltproblemen, Klimaerwärmung und Artensterben und der scheinbaren Unmöglichkeit, diese Herausforderungen politisch zu lösen:

JEDER kann etwas dazu beitragen, um den Prozess zu verlangsamen und vielleicht sogar aufzuhalten und Bienen und Umwelt zu schützen.

Wie? Mit jeder Kaufentscheidung an der Ladentheke!

Frische Bohnen aus dem Garten - null Transport, null Verpackung, null Müll.
Frische Bohnen aus dem Garten – null Transport, null Verpackung, null Müll.
Holzbiene und Blüte der Stangenbohne.
Holzbiene und Blüte der Stangenbohne.